Ein Innenausbauer kommt ins Spiel, wenn der Rohbau bereits steht, die Räume aber noch lange nicht bezugs- oder nutzungsfertig sind. Die Wände sind uneben. Fugen sind sichtbar. Ecken müssen noch bearbeitet werden. Die Decke ist zwar vorhanden, sieht aber noch nicht so aus, wie ein fertiger Innenraum aussehen sollte.
Genau hier beginnt die Arbeit im Innenausbau.
Dieser Beruf eignet sich für Menschen, die Räume fachgerecht fertigstellen können: Oberflächen vorbereiten, Unebenheiten und Schäden beseitigen, sauber und präzise arbeiten und unnötige Nacharbeiten vermeiden. In Europa werden Fachkräfte im Innenausbau bei Renovierungen von Wohnungen, Büros, Hotels und Gewerberäumen sowie bei Modulbauten und Neubauten vor der Übergabe benötigt.
Innenausbau beschränkt sich selten auf eine einzige Tätigkeit. Auf einer Baustelle wird ein Fachmann für Trockenbau benötigt, auf einer anderen für Spachtelarbeiten und Schleifen. Anderswo müssen Wände gestrichen, abgehängte Decken montiert, Fugen bearbeitet, Laibungen vorbereitet oder letzte Arbeiten vor der Übergabe ausgeführt werden.
Ein Innenausbauer ist daher nicht einfach nur Maler und auch nicht immer Verputzer. Häufig handelt es sich um einen Facharbeiter, der mehrere Bereiche des Innenausbaus beherrscht und dafür sorgt, dass am Ende alles sauber und professionell aussieht.
Zu den typischen Aufgaben gehören Trockenbau, Spachteln, Schleifen, Streichen, Deckenmontage, Oberflächenvorbereitung, kleinere Reparaturen, die Bearbeitung von Fugen und Ecken, Laibungen, Wandverkleidungen sowie weitere unterstützende Arbeiten im Innenausbau.
Bei groben Arbeiten lässt sich ein Fehler manchmal durch die nächste Arbeitsschicht ausgleichen. Bei der Endbearbeitung ist das kaum möglich. Eine schlecht geschliffene Fuge bleibt nach dem Streichen sichtbar. Eine schiefe Ecke kann das gesamte Erscheinungsbild einer Wand beeinträchtigen. Unebene Flächen werden besonders bei seitlichem Lichteinfall sofort sichtbar.
Deshalb achten Arbeitgeber nicht nur auf die Arbeitsgeschwindigkeit. Sauberkeit und gleichbleibende Qualität sind genauso wichtig.
Für eine Tätigkeit im Innenausbau werden in der Regel 1–2 Jahre Berufserfahrung erwartet. Von Vorteil sind Kenntnisse im Trockenbau, im Umgang mit Spachtelmassen, Farben und Grundierungen sowie mit Armierungsband, Schleifwerkzeugen, Wasserwaage, Laser, Handwerkzeugen und Elektrowerkzeugen.
Wer Fotos von bereits fertiggestellten Arbeiten hat, sollte diese dem Bewerbungsprofil hinzufügen. Gerade bei Tätigkeiten im Bereich der Endbearbeitung können Arbeitsproben sehr schnell zeigen, welches Niveau ein Facharbeiter hat.
Der Verdienst im Innenausbau in Europa hängt vom Land, der Berufserfahrung, den vorhandenen Fachkenntnissen und der Art des Objekts ab. Bei einfacheren Tätigkeiten wie Vorbereitungsarbeiten, Schleifen oder grundlegenden Malerarbeiten liegen die Stundenlöhne häufig bei etwa 10–14 Euro. Fachkräfte, die selbstständig Trockenbau, Spachtelarbeiten, Malerarbeiten, Deckenmontage oder komplette Innenausbauarbeiten ausführen, können etwa 15–23 Euro pro Stunde verdienen.
Bei einer monatlichen Beschäftigung liegen einfachere Positionen häufig bei etwa 1.600–2.300 Euro netto. Erfahrene Innenausbauer, die selbstständig arbeiten oder mehrere Bereiche des Innenausbaus übernehmen, können je nach Arbeitszeit, Unterkunft, Steuern und Zuschlägen etwa 2.400–3.300 Euro netto erreichen.
Wichtig ist, das Vergütungsmodell vorab zu klären. Die Bezahlung kann nach Stunden, monatlich oder nach Leistung bzw. Arbeitsumfang erfolgen. Das verändert auch die Arbeitsweise: Bei Stundenlohn sind Arbeitszeit und Einsatzplan besonders wichtig, bei Akkord- oder Leistungsvergütung kommt es auf ein hohes Arbeitstempo ohne Qualitätsverlust an.
Vor der Bewerbung sollte geklärt werden, welche konkreten Arbeiten erwartet werden. Die Bezeichnung „Innenausbauer“ kann einen Trockenbauer, Maler, Spachtler, Allrounder im Innenausbau oder einen Mitarbeiter für die Endvorbereitung eines Objekts vor der Übergabe meinen.
Im Lebenslauf sollte man nicht einfach „Innenarbeiten“ angeben. Besser sind konkrete Angaben wie Trockenbau, Spachteln, Schleifen, Streichen, Decken, Laibungen, Wandverkleidungen, Fugen, Reparaturen nach Demontage oder Vorbereitung von Flächen für den Anstrich. So kann der Arbeitgeber das tatsächliche Qualifikationsniveau schneller einschätzen.
Außerdem sollten Unterkunft, Werkzeug, Transport, Arbeitskleidung, Arbeitszeit, Vergütungsmodell und Sprachanforderungen geklärt werden. Gerade im Innenausbau sind Details entscheidend – sowohl bei der Arbeit als auch bei den Arbeitsbedingungen.