In Italien wird eine Betreuungskraft häufig als Badante bezeichnet. Dabei geht es nicht nur um Haushaltshilfe. In vielen Familien unterstützt die Betreuungskraft eine ältere Person dabei, in ihrer gewohnten Umgebung zu leben: beim Aufstehen, Essen, bei der Einnahme von Medikamenten, bei Spaziergängen und im Alltag, damit sie nicht allein bleibt.
Die Arbeit eignet sich für Menschen mit Geduld, einem ruhigen Wesen und der Bereitschaft, sich an den Alltag einer Familie anzupassen. Nicht nur körperliche Belastbarkeit ist wichtig. Entscheidend ist auch das Vertrauen zwischen Betreuungskraft, betreuter Person und Familie.
In Italien ist eine Betreuungskraft mit Unterkunft besonders verbreitet. Die Mitarbeiterin lebt im Haus oder in der Wohnung der betreuten Person, unterstützt sie im Alltag und hält sich an die vereinbarten Arbeitszeiten. Es gibt auch stundenweise Beschäftigung ohne Unterkunft, für ausländische Arbeitnehmer ist diese Variante beim Einstieg jedoch oft weniger praktisch.
Zu den Aufgaben können gehören:
Wenn die betreute Person an Demenz leidet, in ihrer Mobilität eingeschränkt ist oder eine Betreuung während der Nacht benötigt, sollten die Arbeitsbedingungen besonders genau festgelegt werden. Dies bedeutet eine höhere Verantwortung und sollte vor Arbeitsbeginn eindeutig vereinbart werden.
Italienischkenntnisse sind sehr wünschenswert. Bereits grundlegende Kenntnisse helfen dabei, die Familie, den Arzt, die Apotheke, alltägliche Bitten und den Zustand der betreuten Person besser zu verstehen. Ohne Italienischkenntnisse ist ein Einstieg in einzelnen Fällen möglich, die Auswahl an Stellenangeboten ist dann jedoch deutlich kleiner.
Wichtig ist außerdem, Betreuung und Haushaltstätigkeiten voneinander abzugrenzen. Eine Betreuungskraft kann kochen, den Bereich der betreuten Person sauber halten und bei der Wäsche ihrer persönlichen Sachen helfen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sie für die komplette Reinigung des gesamten Hauses oder die Versorgung der ganzen Familie zuständig ist. Der genaue Aufgabenbereich sollte vor der Anreise geklärt werden.
In Italien werden die Vergütungen für Hausangestellte und Betreuungskräfte auf Grundlage eines Tarifvertrags geregelt. Im Jahr 2026 hängen die Mindestvergütungen unter anderem von der Einstufung ab. Beispielsweise werden für die Stufe C Super 1.193,84 € pro Monat und für D Super 1.474,73 € pro Monat genannt. Für Betreuungskräfte ohne Unterkunft können die Stundenlöhne in den Tabellen für 2026 je nach Einstufung ungefähr bei 7–10 € pro Stunde beginnen.
Vor einer Bewerbung sollte man Arbeitszeiten, freie Tage, Nachtbereitschaft, den Zustand der betreuten Person, Unterkunft, Verpflegung, den genauen Aufgabenbereich und die Vertragsart prüfen. Auf einem Stellenportal lassen sich Angebote für Betreuungskräfte in Italien bequem nach Arbeitsmodell, Sprachkenntnissen, Vergütung, Unterkunft und Betreuungsbedarf vergleichen. So findet man leichter eine Stelle, bei der die Erwartungen bereits vor Arbeitsbeginn klar sind.