Ein Sanitärinstallateur in Europa ist längst nicht nur der Handwerker, der einen Wasserhahn repariert. Je nach Stelle geht es um Wasser- und Abwasserleitungen, Heizungsanlagen, Sanitäreinrichtungen, Boiler, Pumpen, Rohrleitungen und technischen Service. Die Aufgaben können sehr unterschiedlich sein – und auch die Verantwortung hängt stark von der Position ab.
Auf einer Baustelle müssen beispielsweise komplette Rohrleitungen neu verlegt werden. Bei einem anderen Auftrag geht es darum, ein altes Leitungssystem nach einer Renovierung zu erneuern. Manche Sanitärinstallateure arbeiten im Bauteam, andere fahren zu Serviceeinsätzen und lösen Probleme direkt beim Kunden vor Ort.
Stellenangebote für Sanitärinstallateure gibt es in Europa auf Baustellen, bei Renovierungsunternehmen, in Hotels, Bürogebäuden, Wohnanlagen, technischen Servicebetrieben, Produktionsunternehmen und im Bereich der Gebäudetechnik. Ein Teil der Arbeit besteht aus der Montage, ein anderer aus Reparatur, Wartung und Fehlersuche.
Zu den häufigsten Aufgaben gehören die Montage von Rohrleitungen, der Anschluss von Sanitäreinrichtungen, die Installation von Heizkörpern, Boilern, Pumpen, Abwasseranlagen, Fußbodenheizungen und weiteren Komponenten von Heizungs- und Wassersystemen. Je nach Stelle kommen Servicearbeiten hinzu: Leckagen finden, Bauteile austauschen, den Druck prüfen oder technische Anlagen anschließen.
Dabei ist ein wichtiger Unterschied zu beachten: Ein Monteur auf der Baustelle und ein Servicetechniker im Sanitärbereich haben nicht dieselben Aufgaben. Auf der Baustelle zählen vor allem Arbeitstempo und die Umsetzung nach Plan. Im Service sind dagegen selbstständiges Arbeiten und eine schnelle Fehlerdiagnose besonders wichtig.
Für eine Tätigkeit als Sanitärinstallateur im Ausland wird in der Regel Berufserfahrung von 1–2 Jahren erwartet. Arbeitgeber achten darauf, ob der Bewerber bereits mit Rohrleitungen, Heizungsanlagen, Abwassersystemen, Pressfittings, Lötarbeiten, Mehrschichtverbundrohren, Polypropylenrohren, Sanitäranlagen und technischen Zeichnungen gearbeitet hat.
Von Vorteil sind Erfahrungen mit modernen Heizsystemen, Heizkesseln, Boilern, Pumpen, Fußbodenheizungen, Lüftungsanlagen oder im technischen Kundendienst. Für einige Stellen kann auch ein Führerschein erforderlich sein, wenn der Mitarbeiter zwischen verschiedenen Baustellen oder Kunden fährt.
Sprachkenntnisse sind nicht immer die wichtigste Voraussetzung, aber grundlegende Englischkenntnisse oder die Sprache des jeweiligen Landes sind im Arbeitsalltag sehr hilfreich. Ein Sanitärinstallateur muss Arbeitsanweisungen, technische Vorgaben und Sicherheitsregeln verstehen können – besonders dann, wenn er nicht als Helfer, sondern selbstständig arbeitet.
Der Verdienst von Sanitärinstallateuren in Europa hängt vom Land, der Berufserfahrung, der Art der Arbeiten und dem Grad der Selbstständigkeit ab. Bei einfacheren Montagearbeiten können die Löhne ungefähr bei 11–15 Euro brutto pro Stunde beginnen. Erfahrene Sanitärinstallateure mit Kenntnissen in Heizungstechnik, Service, komplexen Anlagen oder selbstständiger Betreuung eines Arbeitsbereichs können 16–25 Euro brutto pro Stunde und mehr verdienen.
Monatlich entspricht das häufig etwa 1.800–2.800 Euro netto. Erfahrene Fachkräfte mit Praxis im technischen Service, in der Heizungstechnik sowie bei industriellen oder gewerblichen Anlagen können je nach Arbeitszeit und Zuschlägen 3.000–3.500 Euro netto und mehr erreichen.
Allerdings sollte das Gehalt immer zusammen mit den Arbeitsbedingungen betrachtet werden. Unterkunft, Fahrtkosten, Arbeitswerkzeug, Arbeitskleidung, Steuern, Anzahl der Arbeitsstunden und die Bezahlung von Überstunden können das tatsächliche Einkommen deutlich beeinflussen. Die Zahl in einer Stellenanzeige ist daher nur der Ausgangspunkt.
Vor der Bewerbung sollte man genau klären, welche Aufgaben tatsächlich vorgesehen sind: Installation von Wasserversorgung, Abwasser- oder Heizungsanlagen, Serviceeinsätze, Renovierung von Badezimmern, Arbeiten im Neubau, Sanierung oder Tätigkeiten in der Produktion. Die Bezeichnung „Sanitärinstallateur“ kann ein sehr breites Aufgabenspektrum umfassen.
Im Lebenslauf sollte möglichst konkret angegeben werden, mit welchen Rohrsystemen und Materialien man gearbeitet hat und ob Erfahrung mit Heizungsanlagen, Boilern, Pumpen, Fußbodenheizungen, Presssystemen, Lötarbeiten, Abwasserleitungen, technischen Zeichnungen oder Servicearbeiten vorhanden ist. So kann der Arbeitgeber das tatsächliche Qualifikationsniveau schneller einschätzen und eine Stelle anbieten, die wirklich zu den vorhandenen Fähigkeiten passt.