Dachdecker ist ein Beruf für Menschen, die sich in der Höhe sicher fühlen und wissen, dass ein Dach keine Nachlässigkeit verzeiht. Hier gibt es kein „fast gerade“, „wird schon dicht sein“ oder „das machen wir später“. Wenn etwas falsch gemacht wurde, zeigt sich das schnell – beim nächsten Regen, bei starkem Wind oder spätestens im ersten Winter.
In Europa werden Dachdecker bei Neubauten, der Sanierung älterer Gebäude, auf Industrieobjekten, Lagerhallen, Einfamilienhäusern und Gewerbeimmobilien benötigt. Je nach Land, Wetter, Art der Bauprojekte und Erfahrung kann die Arbeit saisonal oder langfristig sein.
Dacharbeiten können sehr unterschiedlich sein. Ein Facharbeiter arbeitet mit Dachziegeln, ein anderer mit Metall, Abdichtungsbahnen, Bitumen oder auf Flachdächern. Manchmal wird das Dach eines Einfamilienhauses komplett neu eingedeckt, manchmal geht es um die Wartung eines großen Lager- oder Industriegebäudes.
Zu den häufigsten Aufgaben gehören:
Diese Arbeit ist technisch anspruchsvoll und gleichzeitig körperlich anstrengend. Materialien müssen getragen werden, man bewegt sich auf geneigten Dachflächen und arbeitet mit Helm und persönlicher Schutzausrüstung, auf Gerüsten oder mit Hubarbeitsbühnen. Wenig Romantik, viel Verantwortung.
Als Dachdecker in Europa kann man mit Erfahrung im Baugewerbe, in der Montage oder bei Renovierungsarbeiten arbeiten. Noch besser ist jedoch praktische Berufserfahrung im Dachdeckerhandwerk. Arbeitgeber achten darauf, mit welchen Materialien ein Bewerber gearbeitet hat, ob er sicher mit Werkzeugen umgehen kann und die Sicherheitsregeln für Arbeiten in der Höhe kennt.
Von Vorteil sind Erfahrungen mit Dachziegeln, Stehfalz- und Metalldächern, Flachdächern, Abdichtungsbahnen, Dachentwässerung, Dämmung oder der Reparatur älterer Dacheindeckungen. Ebenfalls wichtig sind körperliche Belastbarkeit, sorgfältiges Arbeiten und ein sicherer Umgang mit der Höhe.
Die erforderlichen Sprachkenntnisse hängen von der Art der Beschäftigung ab. In einer Arbeitskolonne reichen manchmal grundlegende Englischkenntnisse oder einfache Anweisungen in der Landessprache. Wenn ein Facharbeiter jedoch selbstständiger arbeitet, zwischen verschiedenen Baustellen unterwegs ist oder mit Kunden kommuniziert, werden gute Sprachkenntnisse wichtiger.
Der Verdienst eines Dachdeckers in Europa hängt von den verwendeten Materialien, der Berufserfahrung, dem Land, der Saison und dem Verantwortungsniveau ab. Bei Einstiegspositionen oder einfacheren Arbeiten kann man sich ungefähr an 11–15 Euro pro Stunde orientieren. Erfahrene Dachdecker, die mit Dachziegeln, Flachdächern, Abdichtungsbahnen, anspruchsvollen Dachdetails oder Gewerbeobjekten arbeiten, können 16–25 Euro pro Stunde und mehr verdienen.
Monatlich kann das häufig etwa 1.900–3.000 Euro netto ergeben. Bei anspruchsvollen Projekten, vielen Arbeitsstunden, Akkordarbeit oder gefragten Fachkenntnissen kann der Verdienst höher ausfallen. Wichtig ist jedoch, die gesamten Arbeitsbedingungen zu prüfen: Unterkunft, Transport, Versicherung, Werkzeug, Arbeitskleidung, Arbeitszeit und Zuschläge für Überstunden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Wetter. Dacharbeiten sind stärker von der Jahreszeit abhängig als viele andere Bauberufe. Während der Hauptsaison kann es mehr Arbeitsstunden geben. Im Winter werden manche Projekte auf Reparaturen, Wartungsarbeiten oder vorbereitende Arbeiten verlagert.
Vor der Bewerbung sollte man klären, mit welcher Art von Dach man arbeiten wird: Steildach, Flachdach, Industriedach, Einfamilienhaus, Dachziegel, Metall, Abdichtungsbahnen, Bitumen oder Reparaturen nach Undichtigkeiten. Das sind unterschiedliche Aufgaben – und entsprechend unterschiedlich kann auch die Bezahlung sein.
Im Lebenslauf sollte man möglichst konkret angeben, welche Materialien man montiert hat, ob man Erfahrung mit Arbeiten in der Höhe hat und ob man mit Dachentwässerung, Dämmung, Abdichtungen, Stehfalz, Dachziegeln oder Abdichtungsbahnen gearbeitet hat. Für einen Dachdecker sind solche Details besonders wichtig. Sie zeigen sofort, ob jemand einfach nur auf Baustellen gearbeitet hat oder tatsächlich Erfahrung im Dachdeckerhandwerk mitbringt.